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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Partikeleintrag bei Instandhaltungsarbeiten begrenzen

Facility Management: Fluidmanagement » Betrieb » VDI 3810 » Saubere Instandhaltung

Den Eingriff als mögliche Eintragsquelle betrachten

Beim Öffnen eines Fluidkreislaufs können Partikel in zuvor geschützte Bereiche gelangen. Mögliche Quellen sind Umgebungsschmutz, Bearbeitungsrückstände, ungeeignete Hilfsmittel oder ungeschützte Ersatzteile. Der Arbeitsauftrag berücksichtigt deshalb neben der eigentlichen Reparatur auch den Schutz des Innenraums. Die erforderliche Sauberkeit richtet sich nach den betroffenen Komponenten und der Prozessfunktion. Eine hydraulische Präzisionskomponente kann andere Anforderungen besitzen als ein Rücklauf mit planmäßigem Spänetransport. Diese Unterschiede werden vor Beginn beschrieben. Das Facility Management stimmt Arbeitsumgebung, Zugänglichkeit und betriebliche Unterbrechungen mit den Fachverantwortlichen ab. Die Vorbereitung vermeidet, dass Sauberkeit erst dann zum Thema wird, wenn nach einer technisch erfolgreichen Reparatur neue Störungen an anderen Stellen auftreten.

Partikeleintrag bei Instandhaltungsarbeiten gezielt begrenzen

Sauberkeitsanforderungen eindeutig festlegen

Eine Sauberkeitsanforderung benötigt eine passende Bezugsgröße und ein geeignetes Prüfverfahren. Bei Hydraulikflüssigkeiten beschreibt ISO 4406 eine Kodierung der Belastung durch feste Partikel. Daraus entsteht keine universell zulässige Reinheitsklasse für sämtliche Anlagen. Die Zielwerte werden aus den tatsächlichen Komponentenanforderungen abgeleitet. Ebenso ist eine Flüssigkeitsprobe nicht automatisch ein vollständiger Nachweis für die Sauberkeit eines eingebauten Bauteils oder einer Leitung. Die Bewertung klärt deshalb, welcher Gegenstand untersucht wird und welche Aussage benötigt wird. Probenahmebedingungen und Messverfahren werden darauf abgestimmt. Wo eine Untersuchung nicht repräsentativ sein kann, bleibt diese Einschränkung dokumentiert. Unbegründete Genauigkeit hilft der Betriebsentscheidung ebenso wenig wie eine lediglich optische Bestätigung sauber wirkender Oberflächen.

Phase des Eingriffs

Möglicher Partikeleintrag

Geeignete organisatorische Sicherung

Bereitstellung

Ungeschützte Bauteile und Hilfsmittel

Geeignete Lagerung und Verpackung

Öffnung des Systems

Umgebungsschmutz an Anschlussstellen

Vorbereiteter und geschützter Arbeitsbereich

Montage

Rückstände aus Bearbeitung oder Dichtmitteln

Freigegebenes Arbeitsverfahren

Wiederaufnahme

Verbliebene Partikel im Kreislauf

Passender Sauberkeits- und Funktionsnachweis

Bauteile und Hilfsmittel kontrolliert bereitstellen

Die Eignung eines Ersatzteils umfasst auch seinen Zustand bei der Montage. Ein korrekt bestelltes Bauteil kann durch ungeeignete Zwischenlagerung oder geöffnete Verpackung verunreinigt werden. Schutzmaßnahmen bleiben deshalb bis zum vorgesehenen Arbeitsschritt wirksam. Werkzeuge, Schläuche und Befüllgeräte müssen für Medium und Sauberkeitsanforderung geeignet sein. Gemeinsam verwendete mobile Geräte können Schmutz oder andere Fluide zwischen Anlagen übertragen. Ihre vorherige Nutzung und ihr Freigabestatus werden entsprechend der Bedeutung des Einsatzes geklärt. Im Arbeitsbereich werden saubere und belastete Teile geordnet gehandhabt. Diese Vorbereitung unterstützt die Fachkräfte bei einer verlässlichen Montage und verhindert, dass Zeitdruck zu ungeprüften Hilfslösungen oder zum Einbau von Teilen mit unbekanntem Zustand führt.

Reinigung und Spülung fachlich planen

Ob eine Reinigung oder Spülung erforderlich ist, hängt vom Eingriff, den möglichen Rückständen und den Anforderungen der Anlage ab. Verfahren, verwendetes Medium und Prüfumfang werden fachlich festgelegt. Ein ungeeignetes Spülmedium kann zusätzliche Verunreinigungen oder Verträglichkeitsprobleme verursachen. Auch empfindliche Komponenten und unterschiedliche Strömungswege sind zu berücksichtigen. Die technische Durchführung erfolgt durch entsprechend qualifizierte Personen. Die Betriebsführung stellt sicher, dass Zeit, Hilfsmittel und notwendige Entsorgungswege eingeplant sind. Ein festgelegter Zeitablauf allein bestätigt keine erreichte Sauberkeit. Der Abschluss benötigt die zuvor bestimmten Kriterien. Werden diese nicht erfüllt, wird die Ursache untersucht, bevor ein längerer Betrieb oder weitere Eingriffe ohne begründeten Plan veranlasst werden.

Den Zustand nach der Wiederaufnahme beobachten

Nach Abschluss der Arbeiten werden Sauberkeitsbefund und Anlagenfunktion gemeinsam beurteilt. Die Kontrolle berücksichtigt geeignete Betriebszeiten und die mögliche Mobilisierung verbliebener Partikel. Auffällige Filterbelastung oder wiederkehrende Funktionsprobleme werden mit dem Arbeitsumfang in Beziehung gesetzt. Daraus folgt noch keine gesicherte Ursache; erforderlich ist eine fachliche Bewertung mit geeigneten Befunden. Für häufige Eingriffe werden Erfahrungen ausgewertet und in Arbeitsvorbereitung und Ersatzteilhandhabung übernommen. Dienstleister erhalten die tatsächlich benötigten Anforderungen bereits bei der Beauftragung. Die Qualität einer Reparatur wird so auch daran gemessen, ob der geschützte Fluidkreislauf in einem geeigneten Zustand zurückgegeben wurde und die Anlage anschließend unter den vorgesehenen Bedingungen zuverlässig arbeiten kann.