Hydrauliksysteme
Hydrauliksysteme
Hydraulische Systeme sind wesentliche technische Anlagen, die in Gebäuden vielfältige Aufgaben wie Energieübertragung, Bewegungssteuerung und Sicherheit übernehmen. Ihre Komplexität und der potenzielle Einfluss auf Sicherheit und Umwelt erfordern im Facility Management (FM) eine vollständige Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus. Diese Dokumentationsübersicht beschreibt die erforderlichen vergabe-, planungs-, genehmigungs-, prüf- und betriebsbezogenen Unterlagen für hydraulische Systeme. Ziel ist eine HOAI-konforme Planung und Dokumentation, eine vergaberechtskonforme Beauftragung, die behördliche Genehmigungsfähigkeit, eine strukturierte Übergabe an den Betrieb sowie eine audit- und haftungssichere Betriebsführung. Die Unterlagen gewährleisten die Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Schritte – von der Ausschreibung bis zur Wartung – und sind Grundlage für einen rechts- und normensicheren Betrieb.
- Angebot für Bauleistungen – Hydraulische Systeme
- Anlagenbeschreibung – Hydraulische Systeme
- Anlagen- und Assetbuch
- Anlagendokumentation für AwSV-relevante Hydraulikanlagen
- Antrag auf behördliche Genehmigung
- Verzeichnis der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
- Messprotokolle der technischen Ausrüstung
- Prüfprotokolle für elektrische Betriebsmittel
- Ausschreibungspläne
- Ausführungs- und Werkpläne
- Benutzerinformationen / Sicherheitshinweise (Maschinen)
- Berechnung und Auslegung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Berechnung und Auslegung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Berechnung und Auslegung – LPH 7 (Vergabe-/Ausschreibungsergebnisse)
- Lebenszykluskostenberechnung (LCC) – Ergebnisse
- Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Nachrechnung
- Betriebsanleitung für hydraulische Maschinen
- Betriebs- und Sicherheitshinweise für elektrische Komponenten
- Interdisziplinäre Betriebsanweisungen (Technische Ausrüstung)
- Betriebsanweisung / Betriebsanleitung für AwSV-relevante Hydrauliksysteme
- Dokumentation der Teile eines AwSV-Systems
- Betriebsbuch / Betriebstagebuch
- Betriebskostenberechnung für Hydrauliksysteme
- Brandschutz- / Brandfallsteuermatrix
- Lösungsdarstellung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Lösungsbeschreibung – LPH 7 (Vergabeergebnis)
- Datenerhebung, Analyse und Optimierung (Ergebnisse)
- Wartungs- und Instandhaltungsdokumente
- Dokumentation der Dämm- und Brandschutzarbeiten (TGA)
- Eignungsnachweis des ausführenden Unternehmens
- Dokumentation des Vergabeverfahrens
- Mengenermittlung (Ergebnisse)
- Prinzipschema – LPH 2 (Vorplanung)
- Funktions- und Strangschema – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Funktions- und Strangschema – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Funktions- und Strangschema – LPH 7 (Vergabeergebnis)
Bautagebuch / Dokumentation des Bauprozesses
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bautagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachvollziehbare Dokumentation der Ausführung hydraulischer Anlagen |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Baufortschritt |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug | Nachtragsmanagement, Beweissicherung |
Einbauerklärung für unvollständige Maschinen (Hydraulikaggregate)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Einbauerklärung |
| Zweck & Geltungsbereich | Maschinenrechtlicher Nachweis bei teilfertigen Hydraulikmaschinen |
| Relevante Regelwerke | Maschinenrichtlinie 2006/42/EG |
| Wesentliche Inhalte | • Beschreibung der Maschine |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praxisbezug | CE-Gesamtbewertung, Inbetriebnahme |
Eignungsfeststellung für AwSV-Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Eignungsfeststellung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der wasserrechtlichen Eignung |
| Relevante Regelwerke | Wasserhaushaltsgesetz (WHG) |
| Wesentliche Inhalte | • Medienbeschreibung |
| Verantwortlich | Behörde / verantwortliche Stelle |
| Praxisbezug | Genehmigung, Betrieb, Umwelt-Compliance |
Ergebnisdokument zur Aufgabenklärung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Aufgabenklärungsdokument |
| Zweck & Geltungsbereich | Präzisierung der funktionalen, technischen und betrieblichen Anforderungen an das Hydrauliksystem |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Nutzungsanforderungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug | Grundlage für Entwurf, Kostenansätze und spätere Betriebsorganisation |
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | |
| Zweck & Geltungsbereich | |
| Relevante Regelwerke | |
| Wesentliche Inhalte | |
| Verantwortlich | |
| Praxisbezug |
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | |
| Zweck & Geltungsbereich | |
| Relevante Regelwerke | |
| Wesentliche Inhalte | |
| Verantwortlich | |
| Praxisbezug |
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | |
| Zweck & Geltungsbereich | |
| Relevante Regelwerke | |
| Wesentliche Inhalte | |
| Verantwortlich | |
| Praxisbezug |
Erläuterung
Das Vergabeabgleichsschema wird nach der Vergabe bzw. nach Lieferung der Komponenten erstellt. Es aktualisiert die ursprünglichen Pläne mit den tatsächlich verwendeten Ausführungen. Herstellerdaten, Typen und Leistungswerte der gelieferten Pumpen, Ventile und sonstigen Teile werden hier eingetragen. Tritt dabei eine Abweichung vom ursprünglichen Entwurf auf (z. B. anderes Fabrikat, geänderte Leistungsdaten), wird dies dokumentiert und ggf. mit einem Gleichwertigkeitsnachweis belegt. Das Schema bildet die Grundlage für Vertrags- und Gewährleistungsmanagement: Es zeigt transparent, was tatsächlich eingebaut wurde und begründet Änderungen oder Nachträge.
Erläuterung
Das Bautagebuch dient der lückenlosen Dokumentation des Bauablaufs (Leistungsphase 8 nach HOAI). Datum, Wetterbedingungen, anwesende Firmen und die ausgeführten Arbeiten werden täglich notiert. Dabei werden alle wesentlichen Ereignisse festgehalten: Soll-Ist-Vergleiche mit dem Bauzeitenplan, aufgetretene Abweichungen, besondere Vorkommnisse oder Mängel. Auch Prüfungen, Messwerte und Abnahmen werden dokumentiert. Damit ermöglicht das Bautagebuch eine klare Nachvollziehbarkeit des Bauprozesses: Im Streitfall oder bei Gewährleistungsfragen dient es als wichtiges Beweismittel, und im Facility Management liefert es wertvolle Hinweise für Wartung und Instandhaltung der Anlage.
Erläuterung
Die Einbauerklärung ist ein maschinenrechtliches Dokument nach der EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG für unvollständige (teilfertige) Maschinen. Hydraulische Aggregate, die eigenständig geliefert und erst in eine Gesamtmaschine eingebaut werden, gelten als unvollständige Maschinen. Der Hersteller des Aggregats muss eine Einbauerklärung erstellen. Darin beschreibt er die Maschine, listet verbliebene Gefährdungen und Restrisiken auf und gibt Hinweise für den sicheren Einbau in die Gesamtanlage. Diese Erklärung ist Teil der technischen Dokumentation und sichert ab, dass bei der abschließenden CE-Konformitätsbewertung der Gesamtanlage alle Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden.
Erläuterung
Hydraulikanlagen mit öl- oder anderen wassergefährdenden Medien unterliegen dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der AwSV. Die wasserrechtliche Eignungsfeststellung stellt fest, ob die Anlage den Vorschriften zum Gewässerschutz genügt. Sie wird in der Regel von der zuständigen Behörde im Genehmigungsverfahren erteilt. Grundlage sind Nachweise über die verwendeten Medien (Art und Menge des Öls), technische Schutzmaßnahmen (z. B. geeignete Auffangwannen, Dichtheitsüberwachung, Leckdetektoren) und vorgeschriebene Prüfkonzepte (z. B. regelmäßige Dichtheitsprüfungen). Die Eignungsfeststellung ist dauerhaft in der Anlagendokumentation zu führen und muss bei Inspektionen vorgelegt werden. Fehlen erforderliche Nachweise oder werden Mängel festgestellt, kann die Behörde den Betrieb untersagen. Damit ist die Eignungsfeststellung unerlässlich für einen langfristig sicheren und umweltgerechten Betrieb wassergefährdender Hydraulikanlagen.
Erläuterung
Der Aufgabenklärung kommt in der frühen Projektphase (Grundlagenermittlung) besondere Bedeutung zu. In diesem Dokument werden alle wesentlichen Rahmenbedingungen und Ziele für das Hydrauliksystem festgehalten. Dazu zählen etwa die geforderte Förderleistung und der Druckbereich, spezifische Betriebsanforderungen (z. B. Eignung für explosionsgefährdete Bereiche), benötigte Fördermedien sowie Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Bauräume oder Platzrestriktionen. Ebenso werden die Nutzungsanforderungen des Betreibers dokumentiert: Soll die Anlage beispielsweise in einem Industrieofenraum oder in Außenbereichen eingesetzt werden? Welche Betriebsszenarien (Dauerbetrieb, Spitzenlast, Start-Stopp) sind zu berücksichtigen?
Das Aufgabenklärungsdokument umfasst außerdem die Definition der Schnittstellen zu angrenzenden Systemen. Hier wird festgehalten, wie das Hydrauliksystem an die elektrische Steuerung, das Leitungs- und Versorgungssystem oder andere technische Anlagen (z. B. Fördertechnik, Maschinensteuerung) angebunden ist. Durch diese transparente Festlegung aller Anforderungen und Randbedingungen schafft der Fachplaner eine eindeutige Planungsgrundlage. Im Ergebnis wird so sichergestellt, dass alle Projektbeteiligten ein gemeinsames Verständnis über Ziele und Grenzen der Hydraulikanlage haben und dass spätere Nachträge oder Änderungen minimiert werden. Das Dokument bildet die Basis für den weiteren Entwurf der Anlage, die Schätzung der Investitionskosten und später für die Organisation des Anlagenbetriebs.
