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Fluid Management im modernen Facility Management

Facility Management: Fluidmanagement » Fluidmanagement

Fluid Management in Modern Facility Management

Fluid Management

Fluid Management bezeichnet die ganzheitliche Bewirtschaftung aller flüssigen und gasförmigen Betriebsmedien in einem Unternehmen. Im Kontext des modernen Facility Management umfasst Fluid Management sämtliche technischen und organisatorischen Maßnahmen, um den Betrieb von Anlagen mit Wasser, Abwasser, Heizungsmedien, Kühl- und Kälteträgern, Schmierstoffen, Prozessflüssigkeiten, Druckluft sowie weiteren technischen Fluiden sicherzustellen. Diese Betriebsmedien sind die Lebensadern einer Produktionsstätte: Von der Wasserversorgung und Klimatisierung der Gebäude über die Bereitstellung von Druckluft für Werkzeuge bis hin zur Pflege von Hydraulikölen in Maschinen – eine zuverlässige Fluidtechnik ist Grundvoraussetzung für eine störungsfreie, effiziente und nachhaltige industrielle Produktion.

In einer modernen Fabrik sind Fluid-Systeme allgegenwärtig und hochgradig miteinander vernetzt. Das technische Gebäudemanagement hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer rein gebäudebezogenen Haustechnik hin zu einer integralen Disziplin entwickelt, welche die Infrastruktur der gesamten Produktionsumgebung einbezieht. Fluid Management ist dabei zu einem eigenen Teilbereich im Facility Management avanciert, der spezialisiertes Know-how erfordert. Nur durch eine fachgerechte Überwachung, Steuerung und Wartung aller Flüssigkeits- und Gasversorgungssysteme können Anlagenverfügbarkeit, Prozesssicherheit und Produktqualität langfristig gewährleistet werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung: Unternehmen müssen gesetzlichen Auflagen genügen (z.B. Trinkwasserhygiene, Emissionsgrenzen, Abwassergrenzwerte) und ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. Nur wer alle diese Facetten beherrscht, wird den typischen Anforderungen in Industriegebäuden und Produktionsstandorten gerecht und kann die Fluidinfrastruktur eines Betriebs optimal managen.

Wasserversorgung in Industriebetrieben

Wasser ist eines der wichtigsten Betriebsmedien und wird in industriellen Einrichtungen sowohl als Trink-, Brauch- und Prozesswasser als auch als Wärmeträger genutzt. Die Wasserversorgung eines Industriestandorts umfasst typischerweise den Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz oder den Betrieb eigener Brunnen und Reservoirs, die Wasseraufbereitung (z.B. Enthärtung, Filtration oder Entsalzung) sowie das Verteilnetz innerhalb des Betriebs. Das Facility Management stellt sicher, dass jederzeit ausreichend Wasser in der erforderlichen Qualität und dem benötigten Druck zur Verfügung steht. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung von Druck, Durchfluss und Wasserqualität. Beispielsweise sind in vielen Betrieben automatische Sensoren und Zähler installiert, die den Wasserdruck in den Leitungen und den Verbrauch in Echtzeit erfassen. Abweichungen – etwa ein Druckabfall durch Leckagen oder ein ungewöhnlich hoher Verbrauch – können so frühzeitig erkannt werden.

Ein zentrales Thema der Wasserversorgung ist die Trinkwasserhygiene. Überall dort, wo Wasser als Trink- oder Brauchwasser verwendet wird (etwa in Waschräumen, Kantinen oder bei der Produktion von Lebensmitteln), gelten strenge Vorschriften. Die deutsche Trinkwasserverordnung schreibt regelmäßige Kontrollen auf Legionellen vor, sofern bestimmte Speicher- und Leitungsvolumina überschritten werden. Das technische Facility Management stellt sicher, dass Warmwasserspeicher und Leitungsnetze so betrieben werden, dass eine Vermehrung von Legionella-Bakterien verhindert wird – typischerweise durch eine Warmwasserhaltung oberhalb von 60 °C und den regelmäßigen Wasseraustausch in selten genutzten Leitungssträngen. Gegebenenfalls werden automatisierte Spüleinrichtungen eingesetzt, um Stagnationswasser auszutauschen. Weiterhin müssen sicherheitsrelevante Armaturen wie Rückflussverhinderer, Sicherheitsventile und Filter gemäß den Wartungsplänen inspiziert und instand gehalten werden. Ein Ausfall der Wasserversorgung – sei es durch Rohrbruch, Pumpenausfall oder Kontamination – kann gravierende Produktionsunterbrechungen verursachen. Daher gehört ein Notfallmanagement (z.B. redundante Pumpen, mehrere Einspeisepunkte, Bevorratung von Betriebswasser) ebenfalls zum Fluid Management im Bereich Wasser.

Abwasser und Abfallwasser

Das im Betrieb genutzte Wasser fällt schließlich als Abwasser oder Prozessabfallwasser an und muss ordnungsgemäß entsorgt bzw. behandelt werden. In Industriebetrieben entsteht neben häuslichem Abwasser (Sanitäranlagen, Kantine) vor allem industrielles Abwasser aus Produktionsprozessen – etwa Kühlwasser, Abwässer aus Reinigungsprozessen, Galvanikbäder oder Waschstraßen. Das Facility Management ist dafür verantwortlich, dass diese Wässer die entsprechenden Umweltauflagen und Einleitgrenzwerte einhalten, bevor sie in die Kanalisation oder in Gewässer gelangen. Je nach Art der Verunreinigungen können betriebsinterne Abwasserbehandlungsanlagen erforderlich sein, z.B. Öl- und Benzinabscheider für ölhaltiges Abwasser, Neutralisationsanlagen zur pH-Wert-Einstellung, oder biologische/chemische Kläranlagen für stark verschmutzte Abwässer. Die Überwachung der Abwasserqualität erfolgt häufig durch automatische Probenahmen und Messungen (z.B. pH-Wert, Leitfähigkeit, CSB, Schadstoffkonzentrationen). Die Ergebnisse werden protokolliert und bei Überschreitungen alarmiert das System das Betriebspersonal, damit sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

Ein wichtiger Bestandteil des Abwassermanagements ist die regelmäßige Wartung und Reinigung der Entwässerungsinfrastruktur. Kanäle, Schächte und Abläufe müssen frei von Ablagerungen gehalten werden, um Rückstau und Überflutungen zu vermeiden. Ölabscheider und Fettabscheider (z.B. aus der Kantinenküche) sind in definierten Intervallen zu entleeren und zu reinigen, wobei die entnommenen Rückstände als Sonderabfall entsorgt werden. Pumpensümpfe und Abwasserhebeanlagen sind ebenfalls Teil der technischen Infrastruktur: Ihre Pumpen und Schwimmerschalter benötigen Inspektion und gegebenenfalls Instandsetzung, um einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen. Zudem sind viele dieser Anlagen meldepflichtig oder unterliegen behördlicher Prüfung – z.B. müssen Abscheideranlagen regelmäßig durch Sachkundige überprüft werden, und für Direkteinleitungen in Gewässer sind behördliche Genehmigungen und Berichtspflichten zu erfüllen.

Durch ein vorausschauendes Fluid Management im Bereich Abwasser kann ein Unternehmen nicht nur Umweltvorschriften einhalten, sondern auch Kosten sparen und Ressourcen schonen. Beispielsweise lässt sich warmes Abwasser eventuell über Wärmetauscher zur Energierückgewinnung nutzen. Auch die Kreislaufführung von Wasser wird in modernen Industrieanlagen angestrebt: Aufbereitetes Kühlwasser kann erneut im Prozess eingesetzt werden, um Frischwasser zu sparen, und gesammeltes Regenwasser kann zur nicht-trinkwasserrelevanten Nutzung (etwa für Kühlzwecke oder die Toilettenspülung) herangezogen werden. Solche Maßnahmen erfordern jedoch eine sorgfältige Planung und Überwachung, damit die Wasserqualität im internen Kreislauf stabil bleibt und keine Beeinträchtigung der Prozesse oder Anlagen eintritt.

Wichtige fluidtechnische Versorgungssysteme in Industriebetrieben und ihre Besonderheiten

Fluides Medium

Typische Verwendung im Industriebetrieb

Wichtige Anforderungen und Besonderheiten

Trink- und Betriebswasser

Versorgung von Sanitäranlagen, Produktion (z.B. Spülen, Kühlen), Feuerlöschanlagen

Hygienisch einwandfreie Qualität (Trinkwasserverordnung), ausreichender Druck und Menge, Vermeidung von Stagnation, regelmäßige Kontrollen (z.B. Legionellenprüfung)

Abwasser

Ableitung von Schmutzwasser und Prozessabwässern

Einhaltung behördlicher Einleitgrenzwerte (Umweltauflagen), ggf. Vorreinigung (Ölabscheider, Neutralisation), Vermeidung von Verstopfungen, regelmäßige Wartung von Abscheidern und Pumpen

Heizungsmedium (Warmwasser, Dampf)

Gebäudeheizung, Prozesswärme, Warmwasserbereitung

Sichere Wärmeerzeugung (Kesselwartung, Brennereinstellung), Wasseraufbereitung zur Vermeidung von Kesselstein und Korrosion (z.B. nach VDI 2035), zuverlässige Regelung der Vorlauftemperaturen, Druckhaltung im System, Sicherheitseinrichtungen (Überdruckventile)

Kältemedium (Kaltwasser, Kühlsole)

Klimatisierung, Prozesskühlung (z.B. Kühlkreisläufe für Maschinen)

Konstante Kälteerzeugung (Wartung von Kältemaschinen), Überwachung von Temperaturen und Drücken, Vorbeugung von Legionellen in offenen Kühlkreisläufen (Kühltürmen) gemäß VDI 2047, Dichtigkeit der Kältemittelkreisläufe (Umweltschutz, F-Gase-Verordnung), Frostschutz (ausreichende Sole-Konzentration)

Schmierstoffe (Öle, Fette)

Schmierung von Motoren, Getrieben, Lagern; Hydrauliköle in Maschinen

Reinheit der Schmiermittel (Filterung, Partikel- und Wassergehalt überwachen), passende Viskosität und Spezifikation für jede Anwendung, regelmäßiger Wechsel nach Herstellervorgabe oder Ölzustand, fachgerechte Lagerung (Schutz vor Verunreinigung) und Entsorgung von Altöl (Nachweisführung gemäß Altölverordnung)

Kühlschmierstoffe (Emulsionen, Kühlschmieremulsionen)

Kühlung und Schmierung von Werkzeugen in spanabhebenden Fertigungsprozessen (Drehen, Fräsen, Schleifen)

Überwachung der Konzentration und Qualität (pH-Wert, Keimbelastung), Nachdosierung von Additiven, regelmäßige Reinigung/Wechsel zur Vermeidung von Geruchsbildung und Hautreizungen, Einhaltung von Arbeitsschutzvorgaben (TRGS 611), Aufbereitung und Recycling zur Standzeitverlängerung

Prozessflüssigkeiten (z.B. Reinigungsbäder, Galvanikflüssigkeiten)

Unterschiedliche Funktionen je nach Prozess, z.B. Oberflächenbehandlung, chemische Reaktionen, Reinigung von Teilen

Konstante chemische Zusammensetzung (Überwachung von Konzentrationen, Leitfähigkeit etc.), Temperaturkontrolle, regelmäßige Analysen im Labor, Austrag von Verunreinigungen (Filtration, Abziehen von Schlamm), sichere Handhabung (Arbeitsschutz) und umweltgerechte Entsorgung/Regenerierung

Druckluft

Antrieb pneumatischer Werkzeuge und Anlagen, Steuerluft, Förderluft

Ausreichender Versorgungsdruck und -volumen, Trockenheit und Reinheit der Luft (Filter, Trockner; Qualität nach ISO 8573 je nach Bedarf), kontinuierliche Leckagekontrolle (Leckagen können 20–30 % Energieverlust bedeuten), redundante Kompressoren für Versorgungssicherheit, regelmäßige Wartung der Kompressoren und Prüfung von Druckbehältern (Druckbehälterverordnung)

Weitere technische Gase (z.B. Stickstoff, Sauerstoff, CO2)

Schutzgas in Prozessen (Schweißen, Lebensmittelverpackung), Inertisierung, Spezialanwendungen

Sicherer Umgang mit Gasflaschen oder Tankanlagen (Explosions- bzw. Erstickungsgefahr berücksichtigen), Druckregelung und Überwachung der Reinheit, Einhaltung von Prüffristen für Tanks und Rohrleitungen, Verfügbarkeitsmanagement (rechtzeitige Nachbestellung oder Vor-Ort-Erzeugung, z.B. Stickstoffgenerator)

Heizungsmedien und Wärmenetze

In industriellen Gebäuden fallen beachtliche Wärmebedarfe an – zur Beheizung von Hallen und Bürogebäuden, zur Bereitstellung von Prozesswärme (z.B. für Trocknungsprozesse, Chemieanlagen oder Sterilisation) sowie zur Erwärmung von Brauchwasser. Die Heizungsmedien können je nach System Warmwasser, Heißwasser, Dampf oder Thermoöl sein. Im Kontext des Facility Managements ist der Betrieb der Heizungsanlage ein zentrales Aufgabenfeld.

Typischerweise kommen zentralisierte Kesselanlagen oder Heizwerke zum Einsatz, die mit Energieträgern wie Erdgas, Öl, Biomasse oder elektrisch (etwa über Wärmepumpen) Wärme erzeugen. In manchen Fällen bezieht ein Werk auch Fernwärme von einem externen Versorger. Unabhängig von der Quelle muss die erzeugte Wärme zuverlässig und effizient in die Verbrauchsstellen transportiert werden. Hierzu dienen Wärmenetze mit Rohrleitungssystemen, Pumpen, Wärmeübertragern und Regelarmaturen. Ein Schwerpunkt des fluidtechnischen Managements liegt auf der Regelung der Vorlauftemperaturen und Volumenströme je nach Bedarf. Moderne Anlagen nutzen Wetterprognosen und Außentemperaturfühler, um die Heizkurve automatisch anzupassen und so Energie zu sparen.

Wartung und Instandhaltung sind im Wärmebereich essenziell:

Heizkessel und Dampfkessel unterliegen nicht nur der hohen thermischen Beanspruchung, sondern auch strengen Sicherheitsvorschriften. Kessel müssen regelmäßig von zugelassenen Sachverständigen (z.B. TÜV) geprüft werden; Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckventile, Abschaltsysteme und Brennersteuerungen sind turnusmäßig zu testen. Das Betriebspersonal – oft ist ein ausgebildeter Kesselwärter erforderlich – führt tägliche Sichtkontrollen durch, misst z.B. den Kesseldruck, Wasserstand und Abgasparameter. Eine fachgerechte Wasseraufbereitung des Heizungswassers schützt die Anlage vor Kalkablagerungen und Korrosion: Gemäß VDI-Richtlinie 2035 wird beispielsweise empfohlen, Heizungsfüllwasser zu enthärten oder vollständig zu demineralisieren (Vollentsalzung) und den pH-Wert im neutralen bis leicht basischen Bereich zu halten, um Schäden an Kessel und Rohrleitungen vorzubeugen. In Dampfnetzen sind Entsalzungsanlagen, Entgasungsanlagen und regelmäßige Kesselabschlämmungen üblich, um die Wasserqualität (Salzgehalt, Sauerstofffreiheit) im zulässigen Bereich zu halten.

Auch Energieeffizienz spielt eine große Rolle:

Verbrennungsanlagen werden durch Emissionsmessungen und Abgasanalyse optimal eingestellt (Stichwort: Verbrennungsregelung mit O₂-Sonde, regelmäßige Brennerwartung), um einen hohen Wirkungsgrad zu gewährleisten und Emissionen (CO, NOx) zu minimieren. Wo möglich, werden Abwärme oder Kondensationswärme zurückgewonnen – beispielsweise durch Economizer (Abgaswärmetauscher) oder Rückgewinnung der Kondensationswärme bei Brennwertkesseln. Ferner sollte das gesamte Heiznetz gut isoliert sein, um Verluste zu reduzieren, und Hydraulikabgleiche stellen sicher, dass keine Bereiche überversorgt und andere unterversorgt werden.

Die Steuerung der Heizungsanlage ist heute meist vollständig automatisiert und in die Gebäudeleittechnik integriert. Zeiten mit geringem Wärmebedarf (etwa nachts oder an Wochenenden) werden durch Absenkbetrieb oder zonenweises Abschalten berücksichtigt. In Produktionsbereichen mit prozessbedingten Wärmeüberschüssen (z.B. Öfen, Kompressoren, Maschinenabwärme) versucht man im Sinne der Nachhaltigkeit, diese Abwärme ins Heizsystem einzuspeisen oder für die Brauchwassererwärmung zu nutzen. Die Dokumentation der Heizungsanlage umfasst Betriebsbücher, in denen Parameter, Wartungen, Störungen und Prüfberichte erfasst werden. Bei Störfällen – etwa Ausfall eines Kessels – sorgt ein Notfallkonzept (Redundanz durch zweite Kesseleinheit oder Schnellbeschaffung von mobiler Kesseltechnik) dafür, dass die Wärmeversorgung nicht zum Engpass für die Produktion wird.

Kälte- und Kühlkreisläufe

Viele industrielle Prozesse und Gebäude erfordern eine zuverlässige Kälteversorgung. Sei es für die Klimatisierung von Produktionshallen und Büros, für die Kühlung von Maschinen (Werkzeugmaschinen, Schweißanlagen, Spritzgussmaschinen etc.) oder für die Lagerung temperaturempfindlicher Produkte – Kühlmedien spielen in der Industrie eine ebenso große Rolle wie Heizmedien. Das Fluid Management im Bereich Kälte umfasst die Kältemaschinen, Kaltwassersätze, Rückkühlwerke (Kühltürme), Verrohrungen und Pumpen sowie die Verteilung der Kälte an die Verbraucher.

Kältemittel:

In den Kälteanlagen zirkuliert ein Kältemittel (z.B. Ammoniak, CO₂ oder fluorierte Kältemittel wie R-134a, R-410A), das im Verdichter verflüssigt und beim Entspannen wieder verdampft, wodurch Wärme transportiert wird. Diese Kältemittelkreisläufe sind hermetisch geschlossen, doch das Facility Management muss streng auf ihre Dichtheit achten. Zum einen fordern Umweltgesetze (etwa die EU-F-Gase-Verordnung) regelmäßige Leckagekontrollen für Anlagen mit bestimmten Kältemittelmengen, um Emissionen klimaschädlicher Gase zu vermeiden. Zum anderen verringern Leckagen die Leistung der Anlage und können – z.B. im Fall von Ammoniak – Sicherheitsrisiken darstellen. Daher gehören Leckage-Überwachungsgeräte (Sensoren für Kältemitteldampf, Druckabfallüberwachung) oft zur Standardausstattung moderner Kältezentralen. Im Fall einer detektierten Undichtigkeit wird umgehend repariert und das verlorene Kältemittel durch Fachpersonal nachgefüllt, wobei die verbrauchten Mengen dokumentiert werden (Nachweisführung gegenüber Behörden).

Kühlwasser und Rückkühlung:

Viele industrielle Kühlsysteme arbeiten indirekt mit Wasser- oder Solekreisläufen, um die Kälte vom Kältemittel auf die Verbraucher zu übertragen. Ein typisches Beispiel ist ein zentrales Kaltwassersystem: Ein Kaltwassersatz kühlt Wasser auf z.B. 6 °C ab, welches dann durch Rohrleitungen zu Klimageräten oder Maschinen mit Wärmetauschern gepumpt wird, und mit etwa 12 °C zurückkehrt. Die Wärme aus diesem Wasserkreislauf muss letztlich an die Umgebung abgegeben werden. Hierzu dienen Kühltürme oder Trockenkühler. Kühltürme verdunsten Wasser, um Wärme abzuführen – dabei ist jedoch eine sorgfältige Betriebsführung notwendig: Das Wasser im Kühlkreislauf wird aufbereitet (Härtestabilisierung, Biozidzugabe) um Ablagerungen und biologisches Wachstum zu begrenzen, und gemäß VDI 2047-2 sind regelmäßige mikrobiologische Prüfungen (insbesondere auf Legionellen) durchzuführen, da das versprühte Kühlwasser ein Infektionsrisiko darstellen kann. Zusätzlich müssen Kühltürme periodisch gereinigt und desinfiziert werden, um Biofilm und Schlamm zu entfernen. Auch Verdunstungsverluste werden laufend mit Frischwasser ergänzt, oft gesteuert über Niveausensoren und Magnetventile.

Wartung und Kontrolle:

Die Kälteanlage als Ganzes wird idealerweise über eine Gebäudeleittechnik überwacht. Sensoren erfassen Temperaturen (Vorlauf, Rücklauf, Umgebung), Drücke (z.B. Saug- und Verflüssigungsdruck der Kompressoren), und elektrische Leistungsaufnahmen. So kann frühzeitig erkannt werden, wenn etwa ein Verflüssiger verschmutzt ist – steigende Kondensationsdrücke und längere Kompressorlaufzeiten deuten darauf hin und veranlassen eine Reinigung der Wärmetauscherflächen. Pumpen und Ventilatoren in Kühlsystemen unterliegen turnusmäßigen Inspektionen: Riemen, Lager und Motoren werden überprüft, Pumpengleitringdichtungen auf Dichtheit kontrolliert, Ventilspiel und Stellmotoren getestet. Für die Kältekompressoren steht – analog zu Heizkesseln – oft ein Wartungsvertrag mit Fachfirmen, die mindestens jährlich eine Inspektion durchführen: Dazu gehören Ölwechsel (bei Schrauben- oder Kolbenkompressoren), Trocknerfiltertausch im Kältekreislauf, Prüfung der Expansionsventile und Kalibrierung der Druckschalter. Ebenso sind die Sicherheitseinrichtungen relevant: Druckbehälter im Kältesystem (z.B. Sammelbehälter) haben Prüftermine, Sicherheitsventile werden regelmäßig getauscht.

Energieeffizienz in der Kälteerzeugung ist ein großes Betätigungsfeld, da Kältemaschinen typischerweise viel elektrische Energie verbrauchen. Ein effizienter Betrieb wird durch mehrere Maßnahmen erreicht: Einsatz von freier Kühlung bei niedrigen Außentemperaturen (Direktbetrieb über Rückkühler ohne Kältemaschine), Verwendung drehzahlgeregelter Antriebe (z.B. drehzahlvariable Schraubenkompressoren oder Frequenzumrichter an Pumpen und Lüftern) um Teillast effizienter bereitzustellen, und intelligente Regelstrategien, die die Kälteerzeugung an den tatsächlichen Bedarf koppeln. So kann z.B. die Soll-Vorlauftemperatur des Kaltwassers geringfügig angehoben werden, wenn die Volllast nicht benötigt wird, was den COP (Leistungszahl) der Kältemaschine verbessert. Auch das Zusammenspiel mit dem Heizsystem bietet Potenzial: In Wärmepumpen lässt sich Abwärme aus Kühlprozessen zum Heizen nutzen (Sektorkopplung), was den Gesamtenergiebedarf des Standorts senkt.

Schmierstoffe und Prozessflüssigkeiten

Industrieanlagen enthalten zahlreiche Maschinen und Aggregate, in denen Schmierstoffe eine unverzichtbare Rolle spielen. Schmieröle und Fette reduzieren Reibung und Verschleiß in Lagern, Getrieben, Führungen und hydraulischen Systemen. Ebenso wichtig sind verschiedenste Prozessflüssigkeiten, die in der Fertigung eingesetzt werden – etwa Kühlschmierstoffe in der Metallbearbeitung, Hydrauliköle, die Kräfte in Pressen und Werkzeugmaschinen übertragen, oder Chemikalienbäder in der Oberflächentechnik. Die Verwaltung dieser Flüssigkeiten in der Praxis erfordert ein systematisches Fluid Management, da Verunreinigungen oder ungeeignete Flüssigkeitszustände direkt zu Produktionsproblemen, Qualitätsmängeln oder Maschinenausfällen führen können.

Schmierstoffmanagement

Ein effektives Schmierstoffmanagement beginnt mit der Auswahl und Versorgung der geeigneten Öle und Fette für die jeweilige Anwendung. Unterschiedliche Maschinen erfordern spezifische Schmierstoffe (z.B. Motoröl, Getriebeöl, Hydrauliköl, Hochtemperaturfett etc.) mit bestimmten Viskositäten, Additivpaketen und Freigaben der Hersteller. Das Facility Management stellt die Verfügbarkeit dieser Stoffe sicher und lagert sie sachgerecht: Schmierstoffe sollten in sauberen, trockenen und temperierten Räumen gelagert werden, um eine Kontamination durch Schmutz oder Wasser zu vermeiden. Häufig existieren zentrale Öllager mit Abgabesystemen, die sogar digital den Füllstand überwachen und rechtzeitig Nachbestellungen auslösen (Teil des Automatisierungskonzepts im Fluid Management).

Während des Betriebs überwacht man die Qualität der Schmierstoffe laufend oder periodisch. Bei kritischen Anlagen, etwa Hydraulikpressen, kommen Online-Sensoren zum Einsatz, die Partikelgehalt (Verschmutzungsgrad nach ISO 4406), Wassergehalt und Temperatur des Öls messen. Ergänzend werden Ölproben in regelmäßigen Abständen im Labor analysiert. Die daraus gewonnenen Kennwerte erlauben Rückschlüsse auf den Maschinenzustand (z.B. Verschleißpartikel weisen auf Bauteilverschleiß hin, Säurezahl auf Ölalterung). So können vorausschauende Wartungsstrategien umgesetzt werden: Beispielsweise wird ein Ölwechsel nicht fix nach Kalender vorgenommen, sondern auf Basis des Ölzustands, was sowohl die Maschinensicherheit erhöht als auch Ressourcen schont. Studien belegen, dass bis zu 80 % aller Hydraulikausfälle auf verschmutzte oder gealterte Öle zurückzuführen sind – dieses Risiko lässt sich durch konsequente Filtration und Zustandskontrolle drastisch reduzieren.

Die Wartungstätigkeiten im Schmierstoffmanagement umfassen neben dem planmäßigen Wechsel von Ölen und Fetten auch das Pflegen der fluidtechnischen Komponenten: Ölfilter werden in vorgegebenen Intervallen oder bei Erreichen eines bestimmten Differenzdrucks getauscht, Ölbehälter und -wannen gelegentlich gereinigt (um Ablagerungen und Schlamm zu entfernen), und bei Zentralschmieranlagen ist die korrekte Funktion der Pumpen und Verteiler zu prüfen. Hydrauliksysteme erhalten oft zusätzliche Nebenstromfilter oder Ölpflegeaggregate, die kontinuierlich einen Teilstrom des Öls reinigen und dadurch die Reinheitsklasse permanent hochhalten. Dies verlängert die Lebensdauer sowohl des Öls als auch der Maschinenkomponenten. In stark beanspruchten Anlagen misst man mitunter auch die Öltemperaturen und -drücke, um sicherzustellen, dass die Schmierung im zulässigen Bereich erfolgt (z.B. nicht zu hohe Öltemperatur, da sonst die Ölviskosität abnimmt und der Schmierfilm reißen könnte).

Ein weiterer Aspekt ist die Dokumentation: Jeder Ölwechsel, jede Nachfüllung und Analyse wird protokolliert. Viele Unternehmen führen ein sogenanntes Schmierstoff- oder Ölbuch für jede Maschine, in dem der historische Verlauf ersichtlich ist. Dies ist nicht nur für die interne Nachvollziehbarkeit wichtig, sondern auch aus Haftungs- und Gewährleistungsgründen (z.B. um im Schadensfall nachzuweisen, dass Instandhaltungsmaßnahmen erfolgt sind). Auch die vorschriftsgemäße Entsorgung von Altöl muss dokumentiert werden – gemäß Altölverordnung dürfen gebrauchte Öle nur an zertifizierte Entsorger übergeben werden, die Menge und Art wird über Begleitscheine festgehalten.

Prozessflüssigkeiten in der Fertigung

Neben Schmierstoffen existiert eine breite Palette weiterer Flüssigkeiten, die direkt in Produktionsprozessen eingesetzt werden. Ein prominentes Beispiel sind Kühlschmierstoffe (KSS) in der Metallbearbeitung. Diese Emulsionen oder Lösungen übernehmen gleichzeitig die Kühlung des Werkstücks und Werkzeugs sowie die Schmierung der Schnittstelle. Ihr Management ist anspruchsvoll, da sie biologisch anfällig (Wachstum von Bakterien und Pilzen) und chemisch komplex (Öl-Wasser-Emulsion mit Additiven) sind. Im Fluid Management bedeutet dies: regelmäßige Kontrolle der KSS-Konzentration mittels Refraktometer, pH-Wert-Messung, Nitritgehalt (zur Vermeidung von Nitrosaminbildung) und Keimzahlprüfung. In vielen Betrieben werden automatische Dosiersysteme eingesetzt, die Frischkonzentrat und Wasser nach Bedarf zumischen, um die Konzentration konstant zu halten. Zudem gibt es zentrale KSS-Anlagen mit Filtrationssystemen, die Späne und Fremdöl (Lecköl von Hydraulik oder Führungsbahnen) aus dem KSS entfernen. Die Standzeit eines Kühlschmierstoffbades kann durch solche Pflegemaßnahmen erheblich verlängert werden – was sowohl Kosten senkt als auch die Umwelt entlastet, da weniger häufig große Mengen an Emulsion als Sonderabfall entsorgt werden müssen.

Ähnliche Herausforderungen gelten für andere Prozessbäder, etwa in der Galvanik oder Teilereinigung. Dort müssen Chemikalienkonzentrationen (z.B. Metallionen, pH, Reinigergehalt) exakt gehalten werden, oft durch kontinuierliche Messung und automatische Nachdosierung. Verdampfung und Austrag (z.B. durch anhaftende Flüssigkeit an Teilen) führen zu Konzentrationsänderungen, die korrigiert werden müssen. Das Fluid Management sorgt hier in enger Kopplung mit dem Prozess für Stabilität. Die Anlagentechnik solcher Bäder – Pumpen, Heizungen, Filterpressen oder Bandfilter, Messsonden – bedarf ebenfalls der Wartung. Filtermedien sind zu wechseln, Heizelemente von Ablagerungen zu befreien und Messelektroden zu kalibrieren.

Die Arbeitssicherheit spielt im Umgang mit Prozessflüssigkeiten eine besondere Rolle:

Viele dieser Flüssigkeiten sind chemisch aggressiv, giftig oder entflammbar. Das Facility Management stellt daher sicher, dass geeignete Schutzmaßnahmen (Auffangwannen, Entlüftung, Schutzausrüstung für Mitarbeiter) vorhanden sind und die gesetzlichen Vorgaben (z.B. Gefahrstoffverordnung, Betriebssicherheitsverordnung) eingehalten werden. Mitarbeiter, die mit diesen Fluiden umgehen, werden unterwiesen, und Gefahrstoffkataster sowie Sicherheitsdatenblätter halten alle relevanten Informationen bereit. Die Notfallvorsorge – etwa Augenduschen und Duschen bei Säurespritzern, oder Inertisierung und Löschkonzepte bei entzündlichen Flüssigkeiten – sind integraler Bestandteil der fluidtechnischen Betriebsführung.

Zusammenfassend ist das Management von Schmier- und Prozessflüssigkeiten ein Balanceakt zwischen konstant hoher Qualität der Fluide und möglichst langer Nutzungsdauer. Moderne Verfahren wie Öl-Zentrifugen, Vakuumdestillation für Altöle oder Ultrafiltration von Emulsionen ermöglichen es, Flüssigkeiten aufzubereiten und wiederzuverwenden, statt sie vollständig zu ersetzen. Dies reduziert die Kosten und die Umweltbelastung. Gleichzeitig erhöht eine hohe Fluidqualität (saubere, spezifikationsgerechte Öle und Flüssigkeiten) die Anlagenzuverlässigkeit enorm: Viele Maschinenstörungen lassen sich vermeiden, wenn das „Blut der Maschine“ – so werden Hydraulik- und Schmieröle oft genannt – frei von Verunreinigungen ist.

Druckluft und technische Gase

Neben Flüssigkeiten zählen auch Gase wie Druckluft und andere technische Gase zu den fluidtechnischen Medien, die in Industriebetrieben bewirtschaftet werden müssen. Druckluft wird häufig als vierter Versorgungsstrom (neben Strom, Wasser und Wärme) bezeichnet und ist in nahezu jeder Fabrik zu finden. Sie treibt pneumatische Zylinder, Ventile, Handwerkzeuge, Reiniger (Druckluftpistolen) und viele Automatisierungskomponenten an. Das Facility Management verantwortet in der Regel die Erzeugung und Verteilung der Druckluft ebenso wie die Qualität und Verfügbarkeit dieses Mediums.

Druckluftversorgung

Eine industrielle Druckluftanlage besteht aus einem oder mehreren Kompressoren, einem Luftbehälter, Trocknungs- und Filterstufen sowie einem weitverzweigten Rohrnetz zu den Abnahmestellen. Damit die Versorgung zuverlässig ist, werden oft mehrere Kompressoren in einem Verbund betrieben – z.B. einer als Grundlastmaschine und weitere als Spitzenlast oder Redundanz. Moderne Kompressoren sind drehzahlgeregelt, um die erzeugte Luftmenge dem Verbrauch flexibel anzupassen. Die Steuerung dieser Kompressorstation erfolgt zentral: Ein übergeordnetes Steuersystem (Sequenzsteuerung) startet und stoppt die Aggregate nach Bedarf und optimiert die Auslastung, um Leerlaufzeiten zu minimieren. Ein wichtiges Ziel ist es, einen stabilen Netzdruck zu gewährleisten (z.B. 6 bar ±0,1 bar), denn Druckschwankungen können empfindliche Maschinen stören oder im schlimmsten Fall Produktionsprozesse zum Stillstand bringen.

Ein zentrales Problem der Druckluft ist ihr hoher Energieverbrauch: Druckluft ist ein teures Medium, da die Kompression von Luft viel elektrische Energie erfordert – und ein erheblicher Teil dieser Energie in Wärme umgewandelt wird. Deshalb genießt die Energieeffizienz der Druckluftversorgung hohe Priorität. Maßnahmen hierzu umfassen die konsequente Leckageortung und -beseitigung im Rohrnetz (selbst kleine Lecks können über ein Jahr betrachtet Tausende Euro an Stromkosten verursachen und insgesamt 20–30 % der erzeugten Druckluft ungenutzt entweichen lassen), die bedarfsgerechte Steuerung (Abschalten von Druckluftanlagen in Produktionspausen, Absenken des Netzdrucks soweit möglich, Einsatz energieeffizienter Kompressoren) und die Rückgewinnung der Kompressionswärme. Letzteres bedeutet, die Abwärme der Kompressoren – die typischerweise in Form heißer Luft oder Kühlwasser anfällt – zur Gebäudeheizung oder Brauchwassererwärmung zu verwenden. Viele Schraubenkompressoren bieten inzwischen Wärmerückgewinnungsanschlüsse, über die z.B. warmes Wasser erzeugt werden kann.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Luftqualität. Für manche Anwendungen (z.B. Lackierereien, Steuerluft für Pneumatikventile in der Lebensmittelproduktion oder Medizintechnik) muss die Druckluft nicht nur trocken, sondern auch ölfrei und staubfrei sein. Hier kommen mehrstufige Aufbereitungssysteme zum Einsatz: Kältetrockner oder Adsorptionstrockner senken den Taupunkt der Luft, um Kondensation in Leitungen und Antrieben zu verhindern; Filter entfernen Partikel und Ölnebel; in sensiblen Fällen werden sogar Sterilfilter oder Aktivkohlefilter nachgeschaltet. Das Facility Management stellt mittels Taupunkt- und Drucksensoren sowie durch regelmäßige Qualitätsprüfungen sicher, dass die Druckluft die festgelegte Reinheitsklasse (nach ISO 8573-1) einhält. Druckbehälter müssen nach gesetzlichen Vorgaben überwacht und in regelmäßigen Abständen von Sachverständigen geprüft werden (innere/äußere Prüfung, Festigkeitsprüfung). Ebenso sind die Sicherheitsventile an den Behältern jährlich zu überprüfen oder zu tauschen.

Technische Gase

Unter technischen Gasen versteht man alle gasförmigen Medien, die im Betrieb verwendet werden, abgesehen von der Druckluft. Dazu zählen z.B. Schutz- und Prozessgase wie Stickstoff, Argon, Kohlendioxid, Sauerstoff, Acetylen, Helium oder Wasserstoff. Ihre Bereitstellung kann auf verschiedene Weise erfolgen: Flaschenbündel, kryogene Tankanlagen mit Verdampfern, oder vor Ort erzeugte Gase (wie Sauerstoffgeneratoren oder Stickstoffmembrananlagen). Das Fluid Management dieser Gase konzentriert sich auf die Sicherheit und Kontinuität der Versorgung. Gase wie Sauerstoff und Wasserstoff stellen erhöhte Brand- bzw. Explosionsgefahren dar, sodass die Gasanlagen baulich (z.B. gut belüftete Aufstellräume, Abstände einhalten) und organisatorisch (Kennzeichnung, Zutrittsbeschränkungen, Schulung des Personals) besonders zu behandeln sind. Für alle Druckgasbehälter gelten ähnliche Prüfvorgaben wie bei Druckluftbehältern.

Das Facility Management muss außerdem die Vorräte im Blick behalten: Ein ungeplanter Mangel an Schutzgas (etwa Stickstoff in einer Wärmebehandlungsanlage) könnte teure Produktionsunterbrechungen oder Ausschuss verursachen. Daher werden Tankfüllstände telemetrisch überwacht; oft übernehmen externe Lieferanten mittels Fernübertragung der Messdaten das automatische Auffüllen (Vendor Managed Inventory). Wo Gase in Prozessen in Kontakt mit Produkten kommen (z.B. Lebensmittelverpackung unter Schutzatmosphäre), ist die Reinheit des Gases wichtig – dies erfordert ggf. Analysen oder Zertifikate vom Lieferanten.

In einigen Branchen kommen Sondermedien hinzu, etwa Vakuum (für Handhabungssysteme oder Entgasungsprozesse) – technisch betrachtet das Gegenteil von Druckluft, aber meist von denselben FM-Teams betreut – oder Flüssiggase wie Flüssigstickstoff für Kühlzwecke, die in Kryobehältern gelagert und verdampft werden. Auch diese zählen zu den fluiden Betriebsmitteln mit speziellen Anforderungen (z.B. Kryotechnik-Sicherheitsregeln, Isolation der Behälter, langsames Nachfüllen um Druckaufbau zu kontrollieren).

Überwachung, Steuerung und Automatisierung

Ein Kennzeichen des modernen Fluid Managements ist der hohe Grad an Automatisierung und digitaler Überwachung der Systeme. Wo früher manuelle Rundgänge und analoge Anzeigen dominierten, arbeiten heute vernetzte Sensoren, Aktoren und Leitsysteme zusammen, um die fluidtechnischen Anlagen optimal zu betreiben und Störungen sofort zu detektieren.

Monitoring und Leittechnik

Alle wichtigen Betriebsparameter – Drücke, Temperaturen, Füllstände, Durchflüsse, Qualitätskennzahlen (z.B. Leitfähigkeit des Kesselwassers, Partikelanzahl im Öl, Taupunkt der Druckluft) – werden kontinuierlich erfasst. Diese Daten laufen in einer Gebäudeleittechnik (GLT) oder speziellen SCADA-Systemen (Supervisory Control and Data Acquisition) zusammen, die für die Bedienmannschaft in der Leitwarte visualisiert sind. Grenzwertverletzungen erzeugen Alarmmeldungen, die entweder direkt an zuständiges Personal (z.B. via SMS/Email oder an mobile Endgeräte) weitergeleitet werden oder im 24/7 überwachten Leitstand auflaufen. Dadurch kann oft proaktiv eingegriffen werden, bevor eine Abweichung zu einer echten Störung eskaliert. Ein Beispiel: Steigt die Temperatur an einem Gleitlager über den Sollwert, alarmiert das System den Instandhalter, der dann prüfen kann, ob z.B. die Schmierung unterbrochen ist.

Die Regelungstechnik sorgt auf Komponentenebene dafür, dass Sollwerte gehalten werden: Druckregler an Reduzierventilen im Dampfsystem, PID-Regler in der Steuerung eines Kompressors, Temperatursensoren mit Reglern für das Heizungs- oder Kühlwasserventil etc. In einem komplexen Industriebetrieb existieren Hunderte solcher Regelkreise. Das Zusammenwirken wird in der Leittechnik koordiniert – zum Beispiel kann eine Sequenz programmiert sein, die bei Ausfall einer Hauptpumpe automatisch eine Reservepumpe startet (einschließlich der notwendigen Umschaltung von Ventilen). Die Steuerung umfasst auch logische Verknüpfungen: So werden bei einem Brandalarm automatisch alle nicht benötigten Brenner und Pumpen abgeschaltet (um potenzielle Gefahren und Schäden zu minimieren), und Lüftungsklappen schließen oder öffnen sich je nach Notfallplan.

Digitalisierung und Predictive Maintenance

Mit der fortschreitenden Digitalisierung im Sinne von Industrie 4.0 gewinnen datengetriebene Methoden auch im Facility Management an Bedeutung. Predictive Maintenance – die vorausschauende Instandhaltung – stützt sich auf die Fülle an Sensordaten, die aus den Fluid-Systemen gesammelt werden. Durch intelligente Datenanalyse (teils mit KI-Methoden) lassen sich Muster erkennen, die auf kommende Wartungsbedarfe hindeuten. Beispielsweise kann ein schleichender Anstieg der Stromaufnahme einer Pumpe, gekoppelt mit leichten Vibrationserhöhungen, auf ein beginnendes Lagerproblem hinweisen. Anstatt bis zum Ausfall zu warten oder das Lager vorsichtshalber nach einem festen Intervall zu tauschen, ermöglicht die vorausschauende Analyse einen Austausch zum optimalen Zeitpunkt, bevor es zur Störung kommt, aber nachdem der Großteil der Lebensdauer ausgenutzt wurde. Im Fluid Management sind solche Ansätze für Pumpen, Kompressoren, Lüfter und Filter sehr wertvoll. Auch der Zustand von Fluiden selbst wird überwacht: Bei Abweichungen (z.B. plötzlicher Anstieg der Partikel im Öl) können automatische Mechanismen greifen, wie das Zuschalten einer Feinfiltration oder ein Alarm, der den Austausch des Mediums empfiehlt.

Die Automatisierung geht einher mit erhöhter Transparenz. Cloud-basierte Auswertungen erlauben standortübergreifendes Benchmarking (z.B. Vergleich der Energieeffizienz der Druckluftanlagen verschiedener Werke) und schaffen Berichtsgrundlagen für Managemententscheidungen. Gleichzeitig kann das Instandhaltungspersonal durch mobile Endgeräte Zugriff auf Live-Daten bekommen und sogar fernwirken: So ist es in modernen Anlagen möglich, per Tablet eine Pumpendrehzahl anzupassen oder Ventile zu betätigen, sofern die Berechtigungen und Sicherheitsmechanismen dies zulassen.

In sicherheitskritischen Bereichen (z.B. Dampfkessel, Gasversorgungen) bleiben jedoch manuelle Kontrollen und Redundanzen unerlässlich. Automatisierung unterstützt die Menschen, ersetzt aber nicht die Verantwortung des fachkundigen Personals. Schulungen im Umgang mit der Leittechnik und in der Interpretation der Daten sind daher ein fester Bestandteil der Organisationsentwicklung im Facility Management.

Instandhaltung und Dokumentation

Die Gewährleistung der Anlagenverfügbarkeit und Sicherheit aller fluidtechnischen Systeme erfordert ein durchdachtes Instandhaltungskonzept. Dieses umfasst vorbeugende Wartungen, regelmäßige Inspektionen, schnelle Instandsetzungen im Störungsfall sowie kontinuierliche Verbesserungen.

Wartung und Inspektion

Gemäß Definition (DIN 31051) beinhaltet Instandhaltung vier Grundmaßnahmen: Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Für Fluid-Management-Systeme bedeutet Wartung vor allem die präventive Pflege: Reinigung von Filtern und Sieben, Schmierung beweglicher Teile, Ölwechsel, Frostschutzkontrollen, Kalibrierung von Sensoren, Nachziehen von Schraubverbindungen usw. All dies erfolgt in festen Intervallen oder nach bestimmten Betriebsstunden. Inspektion meint die zustandsorientierte Überprüfung: geschulte Techniker überprüfen den Ist-Zustand der Anlagenkomponenten, suchen nach Abnutzungsanzeichen (z.B. Rissbildung an einer Membran im Druckausdehnungsgefäß, Korrosion in Kühlleitungen, Verschleiß an Ventilsitzen) und messen Parameter, die nicht dauerhaft sensorgeführt sind (z.B. manuelle Schwingungsmessung an einem Pumpenlager oder thermografische Kontrolle einer Motorwicklung).

Ein Wartungsplan bildet die Grundlage: Darin sind für jedes System die Intervalle und Tätigkeiten festgelegt, oft basierend auf Herstellerempfehlungen, gesetzlichen Vorgaben und betrieblicher Erfahrung. Zum Beispiel kann im Wartungsplan der Druckluftanlage vorgesehen sein, dass alle 2000 Betriebsstunden oder jährlich der Ölabscheider im Kompressor gewechselt wird, alle 3 Jahre der Behälter einer inneren Prüfung unterzogen wird, und monatlich ein manueller Test der Sicherheitsventile erfolgt. Ähnlich werden für die Kühlanlage halbjährliche Inspektionen (Frühjahr und Herbst) angesetzt, in denen die Kältemittelfüllung, Ventilatorkurven und Pumpendrücke überprüft werden.

Durch die Einhaltung dieser präventiven Maßnahmen sinkt die Wahrscheinlichkeit von überraschenden Ausfällen deutlich. Dennoch können Störungen nie ganz ausgeschlossen werden.

Instandsetzung und Störungsmanagement

Tritt eine Störung auf – etwa ein Rohrbruch in der Kühlwasserleitung, ein Kompressorschaden oder eine Leckage in einem Hydrauliksystem – greift das Instandsetzungskonzept. Hier kommt es auf schnelle Reaktion und organisierte Abläufe an. Das Facility Management hat in der Regel Notfallpläne vorbereitet, zum Beispiel: - Eine Liste von kritischen Ersatzteilen auf Lager (Pumpen, Dichtungen, Ventile), um sofort austauschen zu können. - Rahmenverträge mit Servicefirmen, die 24/7 erreichbar sind, etwa für Kältetechnik oder Druckluft-Kompressoren, um im Notfall innerhalb kürzester Zeit Hilfe zu erhalten. - Interne Bereitschaftsdienste, sodass auch außerhalb der Kernarbeitszeit qualifiziertes Personal verfügbar ist, falls ein wichtiger Versorgungsstrang ausfällt.

Bei der Instandsetzung selbst wird auf Ursachenanalyse Wert gelegt, um nicht nur das Symptom zu beheben, sondern auch zukünftige Ausfälle derselben Art zu verhindern. Findet man z.B. heraus, dass ein Wärmeübertrager wegen Kalk verstopft ist, zieht man Konsequenzen wie verbesserte Wasseraufbereitung oder häufigere chemische Reinigung ein. Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess ist Teil der Instandhaltungsstrategie: Fluid Management entwickelt sich weiter, indem aus jeder Störung gelernt wird.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wurde in einer Fabrik wiederholt ein Hydraulikventil undicht, könnte sich herausstellen, dass mikroskopisch kleine Partikel im Öl die Dichtungen beschädigen. Die Verbesserungsmaßnahme wäre hier, die Filtrationsfeinheit zu erhöhen oder einen zusätzlichen Filter einzubauen. Somit fließen Erkenntnisse zurück in geänderte Wartungsvorgaben oder technische Nachrüstungen.

Dokumentation und Berichtswesen

Eine akribische Dokumentation ist im technischen Gebäudebetrieb Pflicht und Kür zugleich. Sie ist Pflicht, weil zahlreiche Regularien den Nachweis von Prüfungen und Wartungen fordern – man denke an das Betriebsbuch für Trinkwasseranlagen nach VDI 6023, das Prüfbuch für Aufzugsanlagen oder die Dokumentation nach Drucksicherheitsverordnung für Dampfkessel. Für Fluidanlagen gilt ähnliches: Alle sicherheitsrelevanten Prüfungen (z.B. Druckbehälter, Sicherheitsventile, Legionellentests, Emissionsmessungen an Feuerungsanlagen) sind schriftlich festzuhalten und für Behörden oder Auditoren jederzeit vorzeigbar. Aber auch unabhängig von externen Pflichten ist eine gute Dokumentation betriebsintern von großem Nutzen. Sie ermöglicht es, die Historie jeder Anlage nachzuverfolgen – welche Reparaturen wurden wann durchgeführt? Wie haben sich die Effizienzkennzahlen über die letzten Jahre entwickelt? Gibt es wiederkehrende Probleme?

Viele Unternehmen setzen hierfür auf digitale Instandhaltungssysteme bzw. CMMS (Computerized Maintenance Management Systems). Darin sind alle Anlagen und Komponenten registriert, Wartungs- und Prüfintervalle hinterlegt, und es können Störungen samt Ursachen und Maßnahmen erfasst werden. Auswertungen aus diesen Systemen fließen ins Berichtswesen: Das Management kann Kennzahlen wie Anlagenverfügbarkeit, Instandhaltungskosten, Energieverbräuche pro Medium oder Anzahl ungeplanter Stillstände verfolgen. Gerade im Facility Management mit seinen vielfältigen Gewerken hilft dies, Prioritäten für Investitionen zu identifizieren – beispielsweise wenn die Dokumentation zeigt, dass eine bestimmte Pumpe extrem hohe Wartungskosten verursacht, könnte ein Austausch durch ein moderneres Modell wirtschaftlich sinnvoll sein.

Ein weiterer Aspekt der Dokumentation ist die Betriebsführung im Schichtbetrieb: In vielen Industriebetrieben wird rund um die Uhr gearbeitet, und die Verantwortung für die Fluidanlagen wechselt zwischen Schichten. Übergabebücher oder elektronische Logs sind daher wichtig, damit Informationen fließend weitergegeben werden. Jede relevante Beobachtung – sei es ein ungewöhnliches Geräusch an einer Pumpe oder ein einmaliges Absinken des Kesseldrucks – sollte notiert werden, um im Zweifel bei der Fehleranalyse alle Puzzlestücke zu haben.

Energieeffizienz, Umweltauflagen und Nachhaltigkeit

Die Anforderungen der Nachhaltigkeit durchdringen heute alle Bereiche der technischen Betriebsführung, insbesondere auch das Fluid Management. Die Ziele sind klar umrissen: möglichst geringe Umweltbelastung, hoher Wirkungsgrad und Schonung natürlicher Ressourcen.

In der Praxis bedeutet dies:

  • Energieeffizienz steigern: Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren gehören zu den größten Stromverbrauchern im industriellen Gebäudebetrieb. Durch hocheffiziente Antriebe (z.B. IE4-Motoren), variable Drehzahlsteuerung und optimierte Regelung kann ihr Energiebedarf deutlich gesenkt werden. Energiemanagementnormen wie ISO 50001 fordern eine laufende Überprüfung und Verbesserung der energetischen Performance aller Versorgungsanlagen – Fluid Systeme eingeschlossen. Ein Beispiel: Die Umrüstung eines konstant laufenden Kühlwasserpumpenmotors auf eine drehzahlgeregelte Steuerung spart typischerweise 20–40 % Strom ein, weil die Fördermenge bedarfsgerecht angepasst wird. Ähnliches gilt für Gebläse in Kühltürmen oder Verbrennungsluftgebläse in Kesseln.

  • Verluste minimieren: Jedes Leck, jede unnötige Druckhaltung, jedes ineffiziente Regelverhalten führt zu vermeidbarem Ressourcenverbrauch. Daher sind Programme zur systematischen Leckagenbehebung (insbesondere in Druckluft- und Dampfsystemen) fester Bestandteil nachhaltigen Fluid Managements. Ebenso werden Heizungs- und Kühlkreisläufe hydraulisch optimiert, um Überförderungen zu vermeiden, und die Regelalgorithmen so eingestellt, dass keine energieintensiven Sollwertüberschwinger auftreten (z.B. nicht übermäßig kühlen und dann wieder aufheizen).

Beispiele für Effizienzmaßnahmen in fluidtechnischen Systemen und ihr Nutzen

Effizienzmaßnahme

Nutzen/Effekt

Leckageortung und -beseitigung im Druckluftnetz

Senkung des Druckluft-Energieverbrauchs um typ. 20–30 %; Vermeidung von Druckverlusten und zusätzlichen Kompressorlaufzeiten

Rückgewinnung von Kompressionswärme (z.B. aus Druckluftanlagen)

Nutzung der entstehenden Abwärme zur Gebäudeheizung oder Brauchwassererwärmung; Einsparung von Heizenergie, Wirkungsgradverbesserung der Gesamtanlage

Einsatz von Frequenzumrichtern an Pumpen und Ventilatoren

Bedarfsgerechte Leistungsregelung, Vermeidung von Drosselverlusten; je nach Lastprofil 20–50 % Stromersparnis möglich

Optimierung von Sollwerten (z.B. Kaltwassersolltemperatur um 1–2 °C erhöhen)

Verbesserung der Anlagen-Leistungszahl (COP) und Reduktion des Energieeinsatzes für die Kälteerzeugung um einige Prozent, ohne Komfortverlust

Hydraulischer Abgleich in Heiz- und Kühlnetzen

Gleichmäßige Verteilung, Vermeidung von Überversorgung und unnötig hohen Rücklauftemperaturen; Einsparung von Pumpenenergie und Wärmebedarf (5–15 % typische Reduktion)

In der Praxis bedeutet dies:

  • Einsatz erneuerbarer und alternativer Energien: Soweit möglich, werden regenerative Quellen in die Medienversorgung eingebunden. Beispielsweise kann eine Solarthermieanlage Brauchwasser vorwärmen und damit den Heizenergiebedarf senken, oder ein Biogas-Blockheizkraftwerk stellt gleichzeitig Strom und Nutzwärme bereit (Kraft-Wärme-Kopplung). Für Kälteanlagen gibt es Überlegungen, natürliche Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial einzusetzen (Propan, CO₂) und insgesamt den Kältemittelverbrauch zu reduzieren. Auch neuartige Technologien wie Adsorptionskältemaschinen (die Abwärme statt Strom nutzen) oder Hochtemperatur-Wärmepumpen können in einem nachhaltigen Versorgungskonzept eine Rolle spielen, um die klassischen Fluidsysteme effizienter zu machen.

  • Emissions- und Umweltauflagen einhalten: Fluid Management spielt auch bei Emissionsschutz und Gewässerschutz eine Rolle. So stellt das Facility Management sicher, dass nur zulässige Stoffe ins Abwasser gelangen (Schwermetalle, Lösungsmittel etc. unter den Grenzwerten, gegebenenfalls durch interne Abwasserreinigung). An Feuerungsanlagen werden Emissionsmessungen durchgeführt, Filteranlagen (z.B. Entstauber, Aktivkohlefilter) gewartet und Brennstoffe mit geringer Umweltbelastung bevorzugt. Bei Kühltürmen achtet man auf Drift Eliminatoren, welche die Tröpfchenemission minimieren, um die Nachbarschaft vor Legionellen zu schützen. Bei der Lagerung von Chemikalien und Ölen werden Wassergefährdungsklassen beachtet und Rückhalteeinrichtungen vorgehalten, damit selbst im Havariefall keine Schadstoffe ins Erdreich oder Grundwasser gelangen (Stichwort: WHG-konforme Lagerung nach Wasserhaushaltsgesetz).

  • Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft: Ein nachhaltiges Fluid Management strebt an, Verbrauchsgüter zu reduzieren und Stoffkreisläufe zu schließen. Beispielsweise könnte aufbereitetes Abwasser (Grauwasser) erneut als Kühlwasser genutzt werden; Öle werden nicht entsorgt, sondern re-raffiniert; Metallhydroxidschlämme aus der Abwasserbehandlung werden dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt. Solche Konzepte erfordern oft Investitionen in zusätzliche Technik (z.B. Recyclinganlagen) und sind ein langfristiger strategischer Ansatz, der sich aber in ökologischer wie ökonomischer Hinsicht auszahlen kann.

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung: Große Unternehmen unterliegen mittlerweile Berichtspflichten hinsichtlich ihrer Umwelt- und Klimaauswirkungen. Das Fluid Management liefert hierfür wichtige Kennzahlen: Gesamtwasserverbrauch, Abwassereinleitmengen, Heizenergieverbrauch, Kältemittelverluste in CO₂-Äquivalent, Druckluft-Stromverbrauch etc. Nur mit soliden Daten können Verbesserungen über die Jahre nachgewiesen werden. Die Transparenz in diesem Bereich motiviert zudem zu kontinuierlichen Optimierungen, da Erfolge mess- und sichtbar gemacht werden.

Hinweis:

Zusammengefasst ist Nachhaltigkeit im fluidtechnischen Facility Management kein losgelöstes Zusatzthema, sondern integraler Bestandteil jeder Entscheidung und Maßnahme. Die Anlagen sollen nicht nur technisch funktionieren, sondern mit minimalem Ressourceneinsatz und Emissionsausstoß ihr Ziel erreichen.